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Persönlichkeiten

Persönlichkeiten

Auf den folgenden Seiten präsentieren wir Ihnen interessante Persönlichkeiten, die eng mit Altenburg und dem Altenburger Land verbunden sind. Viel Spaß beim Lesen.

Kaiser Friedrich Barbarossa (1122-1190)

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Barbarossa wurde zwischen den Jahren 1122 und 1124 als Sohn des schwäbischen Herzogs Friedrich des Einäugigen und einer bayrischen Prinzessin in Waiblingen geboren. Seine Ausbildung entsprach der eines adeligen jungen Mannes seiner Zeit. Seine Ehe mit Adelheid von Voburg wurde nach sechs Jahren gelöst.

1152 zum deutschen König gewählt, brach er bereits 1154 zu seinem 1. Italienfeldzug nach Rom auf. Am 18. Juni 1155 wurde er "Römischer Kaiser" und heiratete ein Jahr später Beatrix von Burgund. Oft bleibt in den Geschichtsbüchern unerwähnt, dass Barbarossa 1180 Otto von Wittelsbach mit dem Herzogtum Bayern auf der Kaiserpfalz zu Altenburg belehnte.

Dem Ruf, zum Kreuzzug aufzubrechen, konnte sich Friedrich I. nicht entziehen. Der 3. Kreuzzug sollte Jerusalem befreien, nach dem im Jahre 1187 der Sultan Saladin die Kreuzfahrer geschlagen und den Staat Jerusalem eroberte. Barbarossa fand am 10. Juni 1190 auf dem Wege den Ertrinkungstod im Fluß Saleph, dem heutigen Gök-su auf dem Territorium der Türkei.

In der Kaiserpfalz Altenburg (Castrum Plysn), die zum ersten Mal 1132 erwähnt wurde, verweilte Kaiser Friedrich I. zwischen 1165 und 1188 insgesamt sieben Mal, weshalb die Stadt den Beinamen „Barbarossastadt" erhielt. Auf ihn ist auch das Wahrzeichen Altenburgs zurückzuführen, die „Roten Spitzen", die laut einer Volkslegende dem Bart Barbarossas nachempfunden wurden. Seine Verdienste für die Stadt Altenburg sind unbestritten.

Diese "Roten Spitzen" sind die baulichen Reste eines Augustiner-Chorherren-Stiftes. (Das Augustiner-Chorherren-Stift St. Marien auf dem Berge (Bergerkloster). Sie sind das heutige Wahrzeichen der Stadt Altenburg. Die Handschrift des Kaisers ist überall in Altenburg zu finden. Besonders erwähnenswert ist zum einen die Stadtmauer. Um 1165 erfolgte auf Veranlassung des Kaisers die 2. Stadterweiterung, und damit Bau der Mauer. Zum anderen wurde der heutige Hauptmarkt der Stadt angelegt, und 1192 als "novum forum" (Der neue Markt) erwähnt.

Übrigens: Die Sage um den Bart Barbarossas ist und bleibt eine im Volk verankerte Legende. Der Nordturm erhielt seine heutige Haube in der Barockzeit!

Quelle: Werner Fritsche: Altenburg und Kaiser Barbarossa

Margaretha von Österreich

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Ihr Geburtsdatum steht nicht genau fest. 1416 oder 1417 wurde sie als Tochter der Cimburgis (auch Cimburgia) von Masovien und des Habsburger Herzogs Ernst des Eisernen in Innsbruck geboren. Ihre Eltern waren recht ungewöhnlich, da man sagte, der Vater hätte Hufeisen verbogen und die Mutter wäre in der Lage gewesen, Nägel mit der Hand in die Wand zu schlagen. 1428 wurde sie mit Friedrich dem Sanftmütigen aus dem Haus Wettin verlobt. Sie heirateten 1431 und hatten gemeinsam 10 Kinder. Politisch durchaus interessiert, gelang ihr die Versöhnung zwischen Friedrich und seinem Bruder Wilhelm. 1432 läßt sie allerdings die Juden aus dem Meißnischen vertreiben. Sie ist die Mutter der 1455 geraubten Prinzen Ernst und Albrecht. Diese teilten im Jahr 1485 den Territorialstaat der Wettiner und begründeten damit auch die zwei Linien: Die Ernestiner und die Albertiner. Die letzten 22 Jahre ihres Lebens residierte sie vorwiegend im Altenburger Schloß.

Margaretha starb im Jahr 1486. Ihr Grab liegt heute noch vor dem Altar in der Schloßkirche zu Altenburg.

Quelle "Margaretha von Österreich", Herausgeber: Stadtverwaltung Altenburg, Gleichstellungsstelle, 1993

Georg Spalatin (1484-1545)

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Der aus dem Ort Spalt bei Nürnberg stammende Spalatin (geb. 1484; gest. 16. Januar 1545 in Altenburg) war ein sehr guter Freund Luthers und Befürworter der Reformation. Seit 1515 war Spalatin der Chorherr des Georgenstiftes auf dem Schloss. Doch schon im nachfolgenden Jahr berief ihn Kurfürst Friedrich der Weise als Privat- und Kanzlersekretär, Berater, Hofprediger und Beichtiger.

Als Begleiter des Kurfürsten zu Reichs- und Städtetagen bekam er einen tiefen Einblick in die Diplomatie und Staatspolitik seiner Zeit. Als es nach dem Thesenanschlag in Wittenberg zur heftigen Kritik an Luther und seinen Anhängern kam, erwies sich Spalatin als eine entscheidende Schlüsselfigur. Gerade deswegen war sein Wirken von besonderer Bedeutung für das Gelingen der Reformation, da er den Schutz Luthers sichern konnte. Unter anderem war es Spalatin selbst, der Luthers „Entführung“ nach dem Reichstag in Worms 1521 auf die Wartburg veranlasste.

Während Luther zehn Monate auf der Wartburg verweilte, hielten die beiden ihre Verbindung und Luther nutzte seinen Aufenthalt, um die Bibel vom Griechischen in das Deutsche zu übersetzen. Hilfe leistete die lateinische Bibel Spalatins, die heute mit zahlreichen Randbemerkungen Luthers im Ratsarchiv zu Altenburg aufbewahrt wird. 1525 trat Spalatin die Nachfolge des ersten evangelischen Pfarrers in Altenburg in der Bartholomäikirche an, jedoch ohne seine politische und kirchenpolitische Tätigkeit aufzugeben.

Wenige Jahre später wurde er zum ersten Superintendent des Altenburger Sprengels ernannt und war mit dem Aufbau einer sächsischen Landeskirche beauftragt worden. Nach seinem Tod am 15.01.1545 wurde Spalatin in der Bartholomäikirche in Altenburg beigesetzt. 40 Jahre nach seinem Tod wurden seine Gebeine entnommen, an unbekanntem Ort neu bestattet, da der Herr von Polheim seine letzte Ruhe in dieser Gruft finden wollte.

Magdalena Sybille(a)

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wurde 1617 (23.12.) in Dresden geboren und verstarb 1668 (06.01.) in Altenburg. Sie war die Tochter von Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen (albertinische Linie) und Prinzessin Magdalena Sybilla von Preußen. 1634 heiratete sie den dänischen Erbprinzen Christian von Dänemark und Norwegen, diese Ehe blieb kinderlos. Aus der 1652 geschlossenen Ehe mit Herzog Friedrich Wilhelm II. von Sachsen-Altenburg gingen drei Kinder hervor. Ihr Sohn Friedrich Wilhelm III. starb bereits 1672 als letzter Vertreter des Hauses Sachsen-Altenburg. Das in der Stadt befindliche Magdalenenstift, als Witwensitz geplant, wurde allerdings erst nach ihrem Tode vollendet.

Quelle Wikipedia

Wolfgang Conrad von Thumbshirn

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Thumbshirn wurde 28.04.1604 im Renaissanceschloß Ponitz geboren. Sein Vater war Hans Heinrich von Thumbshirn, seine Mutter Anna stammte aus der Familie derer von Einsiedel. Wolfgang Conrad hatte mehrere Geschwister. Als junger Mann studierte er in Leipzig und Tübingen. Gesundheitliche Probleme beendeten seinen Kriegsdienst, und so wurde er auf Empfehlung hin Hofmeister bei der verwitweten Fürstin Magdalena von Anhalt-Zerbst. Diese zog nach Norddeutschland, das Kriegsgebiet verlassend, und Thumbshirn blieb dort ebenfalls bis 1639. Nach seiner Rückkehr aus persönlichen Gründen, trat er in die Dienste des Altenburger Hofes ein. (Hof-und Justizrat). 1640 heiratete er Maria Elisabeth Bertram im Pohlhof zu Altenburg. Als fürstlicher Vertreter zum Reichstag nach Regensburg entsandt, nahm er an Beratungen für die Grundlagen des Friedens teil. (Beendigung des 30-jährigen Krieges). Er galt als besonders arbeitssam, ausgerüstet mit Rechtsgelehrtheit und Tatkraft. Der Friedensvertrag wurde am 24.10.1648 unterzeichnet; Thumbshirn steht an 26. (!) Stelle. (Westfälischer Frieden). Durch den 1653-1654 tagenden Regensburger Reichstag wurde der Westfälische Frieden zum Reichsgesetz erhoben. 1653 wurde ihm das Kanzleramt übertragen, welches er bis zu seinem Tode innehatte. Er starb 1667 (24.11.) mit 63 Jahren.

Quelle "Wolfgang Conrad von Thumbshirn" , Herausgeber: Altenburger Akademie, Evangelische Erwachsenenbildung

Johann L. Krebs (1713-1780)

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„Jeder Bach braucht seinen Krebs".

Der 1713 in Buttelstedt bei Weimar geborene Johann Ludwig Krebs war ein hochtalentierter Schüler Johann Sebastian Bachs an der Thomaskirche in Leipzig, und ihm zugleich ein guter Freund, Privatschüler sowie Notenkomponist. Neben der Orgel spielte Krebs Laute, Cembalo, Violine und sang im Chor.
Nach neun Jahren entließ Bach seinen Zögling 1735 und stellte ihm ein sehr lobendes Zeugnis aus. Bevor er sich erfolgreich an der Zwickauer Marienkirche als Domorganist bewarb, studierte er zwei Jahre lang Philosophie an der Leipziger Universität. 1742 bewarb er sich um die Organistenstelle der Dresdner Frauenkirche, vermutlich lehnte er aber aufgrund des ungenügenden Gehaltes ab.
Nach dem Tod Bachs 1750 versuchte er in dessen Fußstapfen als Thomaskantor zu treten. Schließlich wurde er 1756 an den Hof des Fürsten Friedrich III. von Sachsen-Gotha-Altenburg als Organist berufen - er spielte bis zu seinem Tode 1780 die Trostorgel in der Schlosskirche. Die Altenburger waren sehr angetan von ihrem Organisten.
Für die Nachwelt hat Krebs zahlreiche Klavierstücke, Vokal-, Instrumental- und Orgelwerke, die in der Vergangenheit oft zu Unrecht Johann Sebastian Bach zugerechnet wurden, hinterlassen.

Johann Georg Hellbrunn (1674-1753)

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Hellbrunn gilt heute noch als einer der bedeutendsten Barockbaumeister in Altenburg. Zitat P. Lehfeld: "Er verband den etwas bombastischen Barockstil...mit den leichteren decorativen Formen des Regentschaftstiles...". Typisch für Hellbrunns Gebäude sind der Mittelteil mit Giebel und Schmuckwerk, sowie die ihn flankierenden Seitenbauten.

Die wichtigsten noch existierenden Bauten sind: Seifensieder Bachmannsche Haus, Johannisstr. 4, Stadt Gotha, Johannisstr. 1, Brauersche Haus, Johannisstr. 7, Amts- oder Langschaftshaus, Burgstr. 11, Seckendorffsche Palais, Brühl, Moritzstr. 6

Quelle Altenburger Geschichts- und Hauskalender 1993, Artikel Dr. Gehlauf zu Hellbrunn

Herzogin Anna Dorothea von Kurland (1761-1821)

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wurde als Gräfin Anna Charlotte Dorothea von Medem im Jahre 1761 (03.02.) in Mesothen geboren. Ihr Vater war der Reichsgraf Friedrich von Medem, ihre Mutter Louise Charlotte von Manteuffel. Sie heiratete 1779 Peter von Biron (Herzog von Kurland und Semgallen). Aus dieser Ehe gingen sechs Kinder hervor, von denen zwei bereits im Kindesalter verstarben. Die Herzogin war nicht nur schön und reich, sie war ebenso klug, weltoffen und sehr geistreich. Ihr Salon war berühmt. Durch ihre gesellschaftliche Stellung hatte sie Zugang zu den höchsten Kreisen. Persönlich war sie u.a. bekannt mit Fürst Metternich, Friedrich Wilhelm III., Alexander I., Napoleon und Talleyrand. 1795 nahm sie ihren Wohnsitz in Löbichau. Hier und ebenfalls in Tannenfeld zog nun ein reges gesellschaftliches Leben ein. Der Bogen spannte sich von Musik, Literatur, Malerei bis hin zu politischen Themen. Im Jahre 1821 (20.08.) starb sie in Löbichau.

Quelle Internetseite der Burg Posterstein www.burg-posterstein.de, Wikipedia

Sophie Friederike Mereau (1770-1806)

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wurde 1770 (27.03.) als Sophie Schubart in Altenburg geboren. Für die damalige Zeit ungewöhnlich war die gute Ausbildung, die sie ihrem Vater verdankte. 1793 ehelichte sie den Juraprofessor Friedrich Ernst Carl Mereau, vermutlich aus rein ökonomischen Gründen. Dieser Ehe entstammte eine Tochter. In Jena wohnhaft, wurde ihr Haus zu einem gesellschaftlichen Treffpunkt. In ihren literarischen Veröffentlichungen huldigte sie der freien, schwärmerischen Liebe. Dieses Glück war ihr allerdings in der eigenen Ehe versagt. Sie flüchtete in Affären, so u.a. mit Friedrich Schlegel und Clemens Brentano. Ihre Scheidung im Jahr 1801 galt als die erste Scheidung im Herzogtum Sachsen-Weimar. 1803, bereits schwanger von ihm, ehelichte sie Clemens Brentano. Sie arbeitete hart, für diese Epoche für eine Frau ihrer Stellung nicht üblich. So übersetzte sie Prosa und Novellen, sie fungierte aber auch als Herausgeberin. Das große Glück fand sie in der Ehe mit Brentano nicht. Seine Eifersucht machte ihr immer mehr zu schaffen.

Sophie Brentano starb 1806 mit nur 36 Jahren im Kindbett. Sie war Autorin der Romane: "Das Blüthenalter der Empfindung" (1794 anonym) und "Amanda und Eduard".

Quelle: Wikipedia

Johann Friedrich Pierer

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Als Sohn eines Obersteuereinnehmers und Stadtsyndicus erblickte Johann Friedrich Pierer am 22. Januar 1767 in Altenburg das Licht der Welt. Nach seinem Medizinstudium in Erlangen und Jena promovierte er 1798 zum Dr. med. und ließ sich nach einer ausgedehnten Studienreise 1790 als praktischer Arzt in Altenburg nieder. Neben seiner Karriere als Landphysikus und herzoglicher Leibarzt, veröffentliche er zahlreiche Publikationen und tat sich als Verleger hervor. Unter anderem war er der Begründer der Medizinischen Nationalzeitung. Zur Verwirklichung seiner Idee, ein Medizinisches Realwörterbuch herauszugeben, kaufte er 1799 die Altenburger Hofdruckerei. Zwar blieb seine Idee zum größten Teil unverwirklicht, doch gelangte seine Familie mit der Herausgabe von Pierer´s Universallexikon zu großem Ruhm. Dabei entstand ein Werk, das aus 26 Bänden bestand und sich im Gegensatz zum Brockhaus durch die Knappheit und Sachlichkeit seiner Artikel hervortat.
Des Weiteren engagierte sich Johann Friedrich Pierer als amtierender Meister vom Stuhl für den Bau des Logenbaus der Freimaurerloge „Archimedes zu den drei Reißbretern" in Altenburg.

Friedrich Brockhaus (1772-1823)

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„Ich habe in den fünf Monaten meines Altenburger Aufenthaltes geistig mehr gelebt und erlebt, als manchen Erdenkinde im ganzen Leben oft beschieden sein wird.", schrieb Brockhaus 1811 über seinen Aufenthalt in Altenburg.
Altenburg wählte er als Firmensitz, weil es zur Bücherstadt Leipzig recht nahe lag. Doch nicht nur geschäftlich fühlte sich Brockhaus in Altenburg wohl. Er schloss zahlreiche Freundschaften, u. a. mit dem Verleger Johann Pierer, der sein erstes Lexikon verlegte, und heiratete 1812 eine junge Altenburgerin namens Jeanette von Zschok.
Als Mitglied der Bromme’schen Abendgesellschaft gilt er neben anderen Altenburger Persönlichkeiten als einer der Erfinder des Skatspieles. Erst 1817 siedelte er seine Verlagsbuchhandlung „F.A. Brockhaus" endgültig in Leipzig an.

Alfred Brehm (1829-1884)

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Der berühmte deutsche Zoologe und Schriftsteller, dessen Werk „Illustriertes Tierleben" sehr bekannt wurde, hegte nicht immer den Wunsch in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Zwar hatte er schon früh ein ausgeprägtes Interesse an der Zoologie entwickelt, doch wollte er viel lieber Architekt werden. Bevor er 1846 sein Architekturstudium in Dresden antrat, begann er im Frühjahr 1844 eine Lehre bei einem Baumeister in Altenburg. Zwei Jahre erlernte er hier das Maurerhandwerk und absolvierte die Altenburger Kunst- und Gewerbeschule. Unter anderem war er am Bau des Altenburger Kunstturmes beteiligt. Zusammen mit seinem Vater Christian Ludwig Brehm gehörte er zu den Mitgliedern und Begründern der Naturforschenden Gesellschaft in Altenburg, deren Sammlungen man heute im Mauritianum bestaunen kann. Alfred Brehm unterstützte die Sammlungen mit mehreren Vögeln, die er auf seiner Afrikareise erlegte.

Bernhard August von Lindenau (1779-1854)

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Bernhard August von Lindenau ist der wohl berühmteste Sohn der Stadt Altenburg und weit über deren Grenzen als ein bedeutender sächsisch-thüringischer Staatsmann, deutscher Jurist, Astronom, Kunstsammler der Goethe-Zeit und Mäzen bekannt.
Er wurde im Pohlhof am 11. Juni 1779 geboren.
Nach seinem Jurastudium in Leipzig begann Lindenau seine politische Karriere als Staatsbeamter im Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg. Seinen beruflichen Höhepunkt erreichte er als fraktionsloser Abgeordneter für Sachsen-Altenburg auf der Frankfurter Nationalversammlung im Jahre 1848.Seine Leidenschaft galt nicht nur der Politik, der Astronomie sowie der Kunst.
Als Pensionär erwarb er vier wertvolle Kunstsammlungen, zu denen 180 frühitalienische Tafelbilder, antike Keramiken, Gipsabgüsse sowie eine Kunstbibliothek gehörten. Diese Kunstsammlungen wurden 1848 in einem Museum im Pohlhof, der Bevölkerung zugänglich gemacht. Entsprechend der Ideale der Aufklärung verstand Lindenau das Museum als eine Bildungsinstitution, um „die Jugend zu belehren und das Alter zu erfreuen". Zugleich war in diesem ersten kleinem Museum eine Jugendkunstschule eingerichtet, in der die Knaben Unterricht in Freihandzeichnen sowie Grundkenntnisse in Architektur erhielten.
Besonders begabten Schützlingen wurde ein Studium an einer Kunsthochschule finanziert. Nach seinem Tode im Mai 1854 blieben die dem Herzogtum Sachsen-Altenburg gestifteten Kunstsammlungen aufgrund einer testamentarischen Verfügung unveräußerlich und an die Stadt Altenburg gebunden. Aufgrund dessen wurde 1876 ein repräsentativer Museumsneubau im Schlosspark eingeweiht.

Herzog Ernst I. von Sachsen-Altenburg (1826-1908)

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Geboren am 16.09.1826 in Hildburghausen, war er der Sohn von Herzog Georg. 1845 trat er seinen Militärdienst als einfacher Soldat bei der 2. Kompanie des Altenburgischen Bataillons an. Nach einem Studium in Breslau wurde er Offizier in preußischen Diensten. Ein weiteres Studium absolvierte er in Leipzig. Nach der in diesen Kreisen üblichen Verlobungszeit heiratete er am 28.04.1853 Agnes, die Tochter des Herzogs Leopold von Anhalt. Im Mai erfolgte der offizielle Einzug in Altenburg. 1854 wurde Tochter Marie geboren, zum größten Kummer der Eltern starb der 1855 geborene Erbprinz Georg bereits 4 Wochen, nach dem er das Licht der Welt erblickte.

Besonders fühlte sich Herzog Ernst I. Österreich verbunden, so pflegte er Kontakte mit Kaiser Franz. Als es 1866 zwischen Österreich und Preußen zum Kampf kam, musste er eine schwere innere Entscheidung treffen. Als preußischer Generalleutnant einerseits, als Freund Österreichs andererseits, an das eigene Land und sein Schicksal denkend, schloss er das Bündnis mit Preußen. Damit sicherte er dem Herzogtum seine Unabhängigkeit.

1873 gab es erfreuliche familiäre Nachrichten. Das einzige Kind Prinzessin Marie ehelichte am 18.04. Prinz Albrecht, den einzigen Sohn des Prinzen Albrecht von Preußen. Zu einem Großereignis wurde die Silberhochzeit des Regentenpaares (1878) in Altenburg. Ihm war es sogar vergönnt, das 50jährige Militärdienst-Jubiläum 1895 und das 60jährige 1905 zu begehen. 1897 starb zu seiner größten Verzweiflung Herzogin Agnes nach längerer Krankheit. Er war ihr stets in tiefster Liebe verbunden. Auch seine Tochter Marie starb bereits im Alter von nur 44 Jahren.

Alter, Schicksalsschläge und Krankheit forderten ihren Tribut. Am 07.02.1908 starb der geachtete Herzog nach einem erfüllten Leben und einer über 54jährigen Regierungszeit.

Quelle H.F. Schoeppl: Die Herzöge von Sachsen-Altenburg

Zacharias Kresse (1800-1876)

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Z. Kresse wurde am 21.01.1800 in Dobraschütz geboren. Er war das einzige Kind von Christina und Georg Kresse. Die Eltern machten aus einem heruntergewirtschafteten Gut eine ordentliche Wirtschaft. Sehr intelligent, beherrschte er schon vor der Einschulung das ABC und galt als guter Mathematiker. Aus verschiedenen Gründen war es nicht möglich für ihn, eine weiterbildende Schule zu besuchen. Also eignete er sich nach seiner Schulentlassung Wissen selbst an. Er arbeitete hart als Stalljunge und später wurde er Großknecht. Er schwerer Weg zur Literatur, aber er beschäftigte sich auch mit Verfassungs- und Regierungswesen; suchte die Nähe von Gymnasiasten und Studenten. 1823 heiratetet Kresse Christine Köhler aus Kraasa in der Dobraschützer Kirche. Nach dem Tod der Eltern übernahm er das Gut, es zeigte sich sehr schnell, welche fortschrittlichen Ideen er einbrachte. Er steigerte die Erträge und behielt nur wirtschaftlich erfolgreiche Bereiche seiner Wirtschaft. Als Ausgleich für sein arbeitsreiches Leben, widmete er sich weiterhin der Poesie. Kresse verfasste 342 Gedichte. Zacharias Kresse war Landtagsabgeordneter, Politiker, Gemeinde- und Kirchenvorsteher. Sein Anliegen war, den eigenen Kindern, aber auch Bauersöhnen eine gute Ausbildung zu geben. So unterrichtete er selbst in einer Sonntagsschule. Er korrespondierte mit Persönlichkeiten seiner Zeit, reiste viel und fand auch international Anerkennung. Am 01.10.1876 starb Zacharias Kresse und wurde auf dem Friedhof Dobraschütz begraben.

Quelle: Manja Kresse, in: Mitteilungen der Geschichts- und Altertumsforschenden Gesellschaft des Osterlandes, Sechzehnter Band 4. Heft (2000)

Gerhard Altenbourg (1926-1989)

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Gerhard Altenbourg gehört zu den meistgenannten Künstlern der Gegenwart. 1926 in Rödichen-Schnepfenthal bei Friedrichroda geboren, unter seinem eigentlichen Namen Gerhard Ströch, war er als Journalist und Schriftsteller in Altenburg tätig. 1948 nahm er ein Studium an der Hochschule für Baukunst und bildende Künste in Weimar bei Hans Hoffmann-Lederer auf.
Allerdings wurde er nach zwei Jahren zwangsexmatrikuliert, da seine künstlerische Darstellung nicht dem sozialistischen Modell entsprachen. Deshalb boykottierte ihn das DDR-Regime mit einem Ausstellungsverbot bis Anfang der 1980er Jahre. Zurückgezogen in einer Art innerer Emigration führte er sein Werk unter dem Pseudonym Gerhard Altenbourg fort. 1989 starb er im Alter von 63 Jahren an den Folgen eines Autounfalls. Seine Werke findet man heute in vielen bedeutenden Sammlungen im In- und Ausland, u. a. im Museum of Modern Arts in New York. Er benannte sich nach der Stadt und verweigerte sich als Künstler erfolgreich der DDR.
Seit 1998 vergibt ein vom Lindenau-Museum berufenes Kuratorium aller zwei Jahre den Gerhard-Altenbourg-Preis zur Würdigung herausragender künstlerischer Leistungen von noch lebenden Künstlern.

Quelle A. Wodzicki – Lindenau-Museum Altenburg

Ingo Schulze (1962 - bis heute)

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Schulze, Sohn eines Physikprofessors und einer Ärztin, wuchs nach der Scheidung der Eltern bei seiner Mutter auf. Nach seinem Abitur 1981 absolvierte er den Grundwehrdienst in der NVA; bis 1988 studierte er Klassische Philologie an der Universität Jena. Anschließend war Schulze für zwei Jahre als Dramaturg am Landestheater Altenburg, das er verließ, um als Journalist zu arbeiten: 1990 gründete er gemeinsam mit Ekkehard Reinhold und Otto Werner Förster die "unabhängige Zeitung" Altenburger Wochenblatt, die bis Herbst 1991 erschien, sowie ein Offertenblatt namens Anzeiger; beide wurden im Altenburger Verlag publiziert, dessen Geschäfte Schulze bis Ende 1992 leitete. Anfang 1993 ging er im Auftrag eines Geschäftsmannes nach Russland, wo er die Annoncenzeitung Привет Петербург (Privet Petersburg) lancierte. Seit Mitte der 90er-Jahre lebt Schulze als freier Schriftsteller in Berlin. Seine Frau und er haben zwei Töchter.

Der 1962 in Dresden geborene Ingo Schulze ist einer der bekanntesten deutschen Nachwuchsautoren und wurde schon mit zahlreichen Preisen für sein Werk geehrt. Nach seinem Studium der Klassischen Philologie an der Universität Jena arbeitete er für ein Jahr als Dramaturg am Landestheater Altenburg, wo er an mehreren kleinen Märchenstücken sowie Komödien mitwirkte. Im Wende-Herbst 1989 verließ er dann das Theater und gründete gemeinsam mit Ekkehard Reinhold und Otto Werner Förster das auf Anzeigen basierende „Altenburger Wochenblatt", bei dem er auch selbst sehr stark als Journalist eingebunden war. Obwohl ihm seine Arbeit sehr viel Freude bereitete, ging er 1993 nach St. Petersburg, um sich neuen Herausforderungen zu stellen. In seinem zweiten und wohl bekanntesten Roman „Simple Storys", der von April bis August 1998 auf der Spiegel-Bestsellerliste stand, bildet die Kleinstadt Altenburg den Mittelpunkt für die 29 „simplen Geschichten". Zum Leitmotiv machte Ingo Schulze die alltäglichen Auswirkungen der Wende und beschreibt so die Schicksale und Eindrücke nach der Wiedervereinigung in der ostthüringischen Provinz.