Sonderausstellung vom 06.März - 31.Mai 2011
Zeichnungen und Lithographien
Rolf Münzner war bis 2007 Professor der Leipziger
Hochschule für Graphik und Buchkunst hatte seit 1967 mehr als einhundert
Personalausstellungen sowie Beteiligungen an zahlreichen Gruppenausstellungen,
Biennalen und Triennalen der Graphik und Zeichnung im In- und Ausland. Seit
vielen beschäftigt er sich mit historischen Themen und setzt sie graphisch um. Vor
allem schätzt Münzner problematische, philosophisch gehaltvolle Dichtungen, die
ihm Anregungen bieten für phantasievolle Bilder.
Die graphischen Blätter dieser Sonderausstellung
werden erstmals in Thüringen gezeigt. Sie spiegeln deutsche Zeitgeschichte des
19. Jahrhunderts wider und greifen ein Thema auf, das mittelbar mit der
Thüringer Residenz der Herzogin von Kurland in Verbindung steht.
Georg Weerth (1822-1856), der erste
sozialistische Feuilletonist, parodiert in seinem Roman „Leben und Thaten
des berühmten Ritters Schnapphahnski“ den Fürsten Felix Lichnowski. Der Roman,
eine Satire auf den Adel, wurde 1848/49 in der Neuen Rheinischen Zeitung
abgedruckt.
Lichnowski (1814-1848) war Mitglied des Schlesischen
Landtages. In Schlesien hatte er eine Affäre mit der Herzogin Dorothée von
Dino- Talleyrand. Er gehörte zu dem konservativen Flügel in
der Frankfurter Nationalversammlung. Am 18. September 1848 wurde
Lichnowski während der sogenannten Septemberunruhen in Frankfurt am Main
ermordet.
Die Ausstellung reiht sich ein in die
Sonderausstellungen und Veranstaltungen des Museums Burg Posterstein zur europäischen Salonkultur des 19.
Jahrhunderts, welche anlässlich des 250. Geburtstags
der Herzogin von Kurland organisiert werden.