Like us on FacebookFollow us on YoutubeFollow us on TwitterAltenburg AppEnglish

Hotline: +49 (0) 3447 / 51 28 00

Regionales

Regionales

In diesem Kapitel stellen wir Ihnen architektonische Besonderheiten und Traditionen des Altenburger Landes vor.

Kirchen im Altenburger Land: Städte

St. Pankratius in Lucka

Gößnitz: St.-Annen-Kirche: 1491 wird der spätgotische Bau begonnen, ergänzt durch den 1653 (Fachwerk) errichteten Pfarrhof und das 1725 erbaute Diakonat. Der achteckige Turmaufbau mit Kuppel und offener Laterne sind barock. Heute präsentiert sich das Gotteshaus im Stile des Historismus.

Lucka: St. Pankratius: Eine urkundliche Erwähnung fand 1396 und 1429 statt. Durch einen Brand im Jahre 1637 wurde die Kirche fast vollständig zerstört. Aus Geldmangel konnte kein Turm errichtet werden. Erst 1891 wurde der neue Turm geweiht und erreicht immerhin 56 m Höhe.

Lucka: OT Prößdorf: 1884 wurde die alte Kirche abgerissen und der Neubau beschlossen. Die Glocken lieferte die Firma Ulrich aus Apolda, und unter Verwendung alter Orgelteile schuf die Orgelbauanstalt U.Kreutzbach aus Borna das heutige Klanginstrument.

Meuselwitz: Die Martinskirche wurde 1687 im barocken Stil errichtet. 1797 bauten die Gebrüder Trampeli aus Adorf die Orgel ein. Zu bewundern ist heute der Grabstein von Veit Ludwig von Seckendorff (1626-1692) im inneren des Gebäudes.

Meuselwitz: OT Zipsendorf: St. Elisabeth: Diese katholische Kirche wurde 1908 im neoromanischen Stil erbaut. Besonders sehenswert sind die wertvollen Buntglasfenster und das Altar- und Kreuzbild, welches das Berliner Künstlerehepaar Kleemann geschaffen hat.

OT Zipsendorf: Diese evangelische Kirche wurde zwischen 1505 und 1511 spätgotisch errichtet, nach dem die erste Kirche 1490 durch einen Brand zerstört wurde. 1661 - 1663 wurde der obere Teil des Turmes aufgesetzt. Im Jahre 1542 soll in dieser Kirche Martin Luther gepredigt haben. Der Hochaltar aus dem Jahre 1625 ist besonders wertvoll.

Schmölln: St. Nikolai: Diese im 15. Jahrhundert erbaute Kirche wurde bei einem großen Stadtbrand fast vollständig zerstört. 1772 entstand sie in der heutigen Form als dreischiffige, spätgotische Hallenkirche mit verändertem Turm. An der Außenwand (südlicher Bereich) sind Pfeilerfialen, Baldachine und Konsolen zu bewundern.

Kirchen im Altenburger Land: auf Dörfern

Kirche in Altkirchen

Rositz: Die evangelische Kirche ist das sichtbarste Gebäude des Dorfes. Im Jahre 1516 als spätgotischer Bau errichtet, wurde sie 1877, 1964 (innen) und 1994 restauriert. Die katholische Kirche „Mutter Gottes vom Berge Karmel“ wurde als wenig imposanter Backsteinbau 1902 errichtet, und auf einen prägenden Kirchturm wurde sogar verzichtet.

Posterstein: Diese Kirche (spätgotisch) entstand im 16. Jahrhundert als Kapelle der benachbarten Burg Posterstein. Häufig wechselnde Burgherren ließen mehrere Umbauten vornehmen. So wurde z.B. 1901 der Neubau des Glockenturmes vorgenommen und der Anbau einer Sakristei erfolgte ebenfalls. Die reiche Ausstattung an barockem Holzschnitzwerk macht die Kirche zu einem architektonischem Kleinod.

Ponitz: Die Ponitzer Kirche wurde 1733 auf den Grundmauern der alten Kirche errichtet. Im Inneren sind gut erhaltene Grabsteine und Epitaphe der Patronatsfamilien zu bewundern. Die Ostempore trägt die Emporenkanzel. Die bedeutsame Orgel ist ein Werk von Johann Gottfried Silbermann (1737).

Windischleuba: Diese Saalkirche wurde dem Hl. Nikolaus geweiht, der als Patron der Reisenden gilt. So ist natürlich die Schlußfolgerung logisch, dass sie an einer Handelsstrasse lag.

Gerstenberg: Diese kleine Saalkirche wurde dem Hl. Michael geweiht. Bereits 1227 fand eine Kapelle Erwähnung.

Mockern: Dem Hl. Georg geweiht, besitzt diese Kirche eine halbrunde Apsis aus spätromanischer Zeit. Besondere Beachtung verdienen die Dachreiter. Die Blendnischen stammen aus dem 16. Jahrhundert.

Saara: Die aus spätromanischer Zeit stammende Saalkirche wurde dem Hl. Christophorus geweiht, dem Patron der Pilger. Statt Ziffern trägt die Uhr die Schrift: NUTZE DIE ZEIT. Es ist zu vermuten, das hier eine Furt durch die Pleiße lag.

Zürchau: Geweiht dem Hl. Nikolaus, beherbergt die Kirche in ihrem barockgeprägtem Innenraum Reste eines Flügelaltares. Besonders bemerkenswert ist das schmale Schiff und der quadratische Westturm.

Maltis: Eine mittelalterliche Saalkirche, deren Dachreiter mit Schweifkuppel und offener Laterne barocke Formen aufweist. Die Ausstellungsstücke sind ebenfalls in die Barockzeit zu datieren. Bemerkenswert ist ein Grabstein mit Ritztechnik aus dem Jahre 1398.

Quellen:
Flyer des Museums der Burg Posterstein
Website der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Altenburg
Website der Stadt Meuselwitz
Broschüre: Meuselwitz (1999)
Broschüre: Lucka, Wohnen und Leben in unserer Stadt (2002)
Broschüre: Stadt Schmölln (2006)
Wikipedia
Kessler/Mende: Altenburger Land (Bildband 1996)

Die Mundart

Altenburger Bauerntracht

Die Altenburger Mundart stellt eine Sprachinsel inmitten der Dialekte der Thüringer, Sachsen und der Vogtländer dar. Angereichert aus Begriffen der sorbischen Sprache, verbunden mit Elementen des französischen. Typisch ist die Verschiebung von Vokalen:

„i“ zum „e“, „e“ zum „a“, „a“ zum „o“ und „o“ zum „u“.

Ebenso kann man die Erweichung mancher Konsonanten nachweisen: „t“ zum „d“ und „st“ zum „scht“.

Eine kleine überlieferte Anekdote beweist, dass die Sprache nicht immer leicht zu verstehen ist!

Der Bauer sucht seinen Überzieher (Mantel) und als er ihn gefunden hat, fragt seine Frau: „Hong ha ong“?. Der Bauer antwortet: „Ha hong heng“. Sie: Hing er unten? Er: Er hing hinten.

Eine klassische Frage vor Ort lautet: Warum leben manche in einer Hornsche?

Wie oft sagen hier die Mütter und Großmütter den klassischen Satz „Räum mal deine Hornsche auf“! Heute bedeutet die Hornsche in etwa eine verwahrloste Wohnung oder Zimmer, ein heruntergekommenes Haus, ggf. auch ein schäbiges Bett. Diese negative Deutung erfolgte erst mit der Übernahme in die deutsche Sprache. Die Wurzeln liegen sicherlich im slawischen Wort „hornica“, gemeint ist damit ein Schlafraum oder ein Zimmer im oberen Bereich des Hauses.

In früheren Jahren sind viele Gedichte und Geschichten in dieser Mundart geschrieben und in die Jetztzeit überliefert worden. Aus dem Jahre 1676 ist die älteste überlieferte Dichtung. Nachweisbar sind über einhundert Verfasser. Am bekanntesten sind sicherlich Ernst Daube (bekannt als „Sporgel“), Hans Daube und Zacharias Kresse.

Heute ist vor allem Wido Hertzsch in Altenburg bemüht, diese Mundart zu erhalten und zu pflegen.

Quellen:
Zwischen Schkot un Zeechenkase (Rat der Stadt Altenburg, 1978?)
Aufzeichnungen von Wido Hertzsch
Warum leben manche in einer Hornsche? (OVZ, 22.01.2005, Artikel mit dem Kürzel – JM-)
E.W. Huth: Altenburg, 1981

Die Vierseithöfe

Altenburg Tourismus

Das Altenburger Land war und  ist berühmt für die wohlhabende Bauernschaft und die seit Menschengedenken fruchtbaren Erträge der Landwirtschaft. Die Wurzeln der ansässigen Familien reichen bis weit in die sorbische Vergangenheit dieser Region zurück. Der Reichtum blieb über Generationen erhalten, da der Besitz niemals geteilt wurde, denn der jüngste Sohn übernahm die Güter und er zahlte seine Geschwister aus.  Auf diesem Prinzip fußend, war es wirtschaftlich gesehen auf die Dauer möglich, große Höfe zu errichten und sie zu erhalten. Als größte bäuerliche Gehöftform entstand so der Altenburger Vierseit (auch Dreiseit-)hof. Als Baumaterial fand Holz, Lehm und Stroh Verwendung.

Die Anlage bestand aus Scheune und Stall, dem Wohnhaus und das Tor wurde zum Torhaus (Lagermöglichkeiten) umfunktioniert, so dass damit das Geviert geschlossen wurde. Dominierend war die Bohlenstube. Räume, mit starken Brettern (Bohlen) verkleidet, dienten als Wirtschaftsraum, aber auch als Wohn- und Eßbereich. Oft war dieser Raum der einzig beheizte im gesamten Haus. Hier aßen die Bauernfamilien, aber auch die Knechte und Mägde. Im vorderen Hausbereich wurde gewirtschaftet und gelebt Eine weitere Besonderheit waren die sogenannten "Porstuben". Sie befanden sich über Scheunen und Nebengebäuden, und man nutzte sie im allgemeinen für Feste aller Art. Der Name wird übrigens vom altdeutschen "Por" = oben, empor abgeleitet.

Etwa im Umkreis von 30 km um Altenburg herum ist diese Bauweise verbreitet. Bekannt sind derartige Gehöfte z.B. auch aus Niederbayern, Oberfranken, dem Egerland, aber auch aus Sachsen und dem Rheinland. Allerdings stechen die Altenburger Vierseithöfe durch ihre einzigartige Größe hervor!

Quellen:
Wikipedia
Internetseite des MDR: Durchs Altenburger Land

Maler Schadewitz, Biografie

Altenburg Tourismus

Schadewitz (1779 - 1847)
Christian Friedrich Schadewitz wurde am 07.03.1779 in Altenburg geboren. Seine Kinder- und Jugendjahre verbrachte er im väterlichen Haus am Brühl (heute Pauritzer Strasse). Bereits als Kind faszinierte ihn das Bauen. Als 4jähriger erlebte er 1783 den großen Brand auf dem Kornmarkt. Der Weg zu den Großeltern führte ihn immer wieder über diesen riesigen Bauplatz. Den Beruf des Wagners erlernte er bei seinem Vater. Als Wagnerlehrling und Geselle war ihm Zeichnen vertraut. Nach den damals üblichen Wanderjahren kehrte er zurück und ehelichte am 15.11.1802 Christiane Elisabeth geb. Mißpler. Sie hatten die Kinder Friedrich Emil (1803-1867) und Christiane Ernestine (1805-1806). 1819 erhielt er die Hofwagnerstelle und ab 1826 war er Obermeister der Wagnerinnung. Die Jahre zwischen 1806 - 1826 waren beruflich und damit wirtschaftlich erfolgreich. Die Familie erwarb ein eigenes Haus in der Kesselgasse. Nach einem Unfall und Differenzen mit seinen Vorgesetzten trat eine gesundheitliche Verschlechterung ein. 1829 erlitt er einen Schlaganfall, konnte den Beruf nicht mehr ausüben. Trotz finanzieller Unterstützung durch das Herzogshaus, war die wirtschaftliche Situation prekär und das Haus in der Kesselgasse mußte veräußert werden. Schadewitz verstarb am 11.04.1847.

Auf vielen Aquarellen hielt er Bauten aus Altenburg und dem Altenburger Land für die Nachwelt fest. Das Altenburger Land ist reich an bäuerlicher Kultur, die sich nicht zuletzt in einer beeindruckenden Architektur manifestiert hat. Deutlich erkennbar sind die Drei- und Vierseithöfe in ihrer Anordnung. Schadewitz bereiste das Land, hielt Ereignisse fest, z.B. Einsturz des Nobitzer Kirchturmes und die Vorbereitungen zum Eisenbahnbau. Seine Überlieferungen machen es möglich, heute noch Erkenntnisse über den Bau der Häuser und Kirchen in den Dörfern zu gewinnen.

Maler Schadewitz, Werksauswahl

Altenburg Tourismus

Erwähnenswert aus dem Schaffen (eine Auswahl) von Schadewitz sind:

Kammergut Münsa
1593 kaufte die Herzogliche Kammer das frühere Vorwerk der Familie von der Gabelentz. Das entstandene Kammergut kam bei der 1874 erfolgten Teilung der Domänengüter an den Staat  und wurde an den Pächter Kratsch verkauft. Dieser Bauernhof wurde noch bis 1928 als Rittergut bezeichnet. 

Kirche Rasephas
Erbaut im 13. Jahrhundert; der viereckige Turm steht auf einem romanischen Unterbau und zwischen Kirchenschiff und dem im 15. Jahrhundert angebauten Chor.

Kirche Stünzhain
1585 erfolgte nach einem Brand der Neubau. 1653 und 1720 wurde die Kirche vergrößert und erweitert.

Kirche Treben
Diese Kirche wurde dem Altenburger Bergerkloster zugeeignet. 1461 - 1472 wurde die Kirche vergrößert, vermutlich sogar neu gebaut. Der Turm wurde 1403 - 1503 errichtet. Nach einer Brandstiftung 1713 erfolgte erneut ein Umbau. Die 1720 eingebaute Orgel wurde 1862 durch eine andere ersetzt.

Kirche Koblenz
ist ein Bauerndorf nordöstlich von Gößnitz.

Kirche Lehndorf
das Dorf liegt südlich von Altenburg und rechts der Pleiße Richtung Zwickau. 1181 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt.

Kirche Lehnitzsch
ist ein Sackgassendorf südlich von Altenburg

Kirche Münsa
ist ein Bauerndorf (slawischer Rundling), östlich von Altenburg und links der Pleiße.

Kirche Plottendorf
Dieser Ort nördlich von Altenburg wurde gegen 1200 urkundlich erwähnt. Nach einem Lehn der Burggrafen von Altenburg wurde es Eigentum des Deutschen Ordens.

Kirche Saara
1181 erwähnt, liegt das Dorf südlich von Altenburg am linken Ufer der Pleiße.

Kirche Unterzetzscha
Nördlich von Altenburg am Unterhang des Gerstenbaches gelegen, ist der Ort eine slawische Dorfgründung. 

Kirche Windischleuba
1181 erwähnt, ist der Ort bekannt für seine Wasserburg. Im 15. Jahrhundert begann man mit der schlossartigen Umgestaltung; der letzte große Umbau erfolgte im 19. Jahrhundert. Seit 1880 lebte hier die Familie von Münchhausen; der Schriftsteller Börries von Münchhausen. Zu Lebzeiten von Schadewitz gehörte die Anlage der Lindenauschen Familie.

Quellen
Die Bilder (Aquarelle) sind zu betrachten in:
"Die Aquarelle und Autographen des Altenburger Bild - und Wortchronisten Christian Freidrich Schadewitz" (Perdita Schachtschneider/Dr. Günter Keil)
Christian Friedrich Schadewitz, Register
Andreas Klöppel:  Das „Altenburger Bauernhaus“ auf den Schadewitz-Zeichnungen (OVZ, „Heimatgeschichte“)