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Pilgern im Altenburger Land auf der "via imperii"

Pilgern im Altenburger Land auf der „via imperii“ auf der alten Reichsstraße, die über Leipzig, Borna, Altenburg, Zwickau, Hof nach Nürnberg führte, und auf der einst  nachweislich Pilger auf ihrem Weg nach Jerusalem, Rom oder Santiago de Compostela unterwegs waren. Lassen auch Sie sich einladen, durch das historisch interessante Altenburger Land ihre Schritte zu lenken. Eine vielfältige Landschaft und schöne Kirchen werden Sie empfangen.

Diese wichtige Handelsstraße führte durch das Altenburger Land. Der Wegeverlauf hat sich in den Jahrhunderten durch verschiedene Umstände etwas geändert, doch versuchen wir Sie auf guten, historisch nahekommenden Wanderpfaden durch die Region zu führen. Eindrücke des Pilgerweges finden Sie unter Details.

Streckenverlauf

Pähnitz – Windischleuba – Altenburg – Ehrenberg – Mockern – Lehndorf – Maltis – Gößnitz - Ponitz

Die „via imperii“ erreicht das Altenburger Land von Norden

... aus dem Südraum von Leipzig.

Erste Station im Altenburger Land ist das Naherholungsgebiet Pahna, nachdem man die  sächsischen Orte Borna, Zedtlitz und Wyhra passierte. Am Pahnaer See vorbei , durch Wald und Flur, wird der kleine Ort Pähnitz erreicht.

Windischleuba

Zwischen den Teichen, die ein Paradies für Wasservögel darstellen, führt der Weg nach Windischleuba. Der Ort besitzt zahlreiche Fachwerkhäuser, bekannt ist vor allem das ehemalige Schloss, heute Jugendherberge, das bereits 1244 erstmals als Wasserburg erwähnt wurde. Die Saalkirche von Windischleuba war vermutlich einst dem Hl. Nikolaus (u.a. Patron der Reisenden) gewidmet.

Treben und Gerstenberg

Etwas abseits an der direkten Pilgerstrecke liegen die Dorfkirche von Treben (vorreformatorischer Bau mit barockem Turm) und die dem Hl. Michael geweihte kleine Saalkirche in Gerstenberg – beide sind interessante Bauwerke und sollten auf dem Pilgerweg beachtet werden.

Spielkartenstadt Altenburg

Sie erreichen mit dem Eintreffen in der Spielkartenstadt Altenburg einen kulturellen Höhepunkt ihres Pilgerweges. Durch den Einfluss Kaiser Barbarossas entwickelte sich Altenburg zum Hauptort des Pleißengaus.

Die weiträumige Anlage des Altenburger Schloss mit der imposanten Schlosskirche liegt auf einem Porphyrfelsen unweit des Stadtzentrums. In der Altenburger Bartholomäikirche wurde nach der 1990 erfolgten Restaurierung ein gut erhaltener spätgotischer Schnitzaltar (wohl Leipziger Meister) aufgestellt. Die freigelegte, unvollendete romanische Krypta wird dem 12. Jh. zugeordnet. Die Altenburger Brüderkirche, ein markanter Neubau aus dem Jahr 1905 mit einer Orgel von Wilhelm Sauer, erhielt ihren Namen von der Franziskanerkirche, die sich bis 1901 an dieser Stelle befand. In der Kirche können die Besucher Informationen zum Pilgern erhalten.

 

Richtung Paditz nach Mockern (Kirche)

Der Pilgerweg führt nun am Großen Teich vorbei in Richtung Paditz. Danach geht es nahe der Stünzhainer Saalkirche und dem Ehrenberger Schloss (Ersterwähnung 1244; Ende 19. Jh. - bis auf Bergfried, neu errichtet) in Richtung Lehnitzsch. Kurz vor dem Ort führt ein mit Kirschbäumen gesäumter Weg nach Mockern, mit seiner dem Hl. Georg geweihten Kirche. Die halbrunde Apsis kündet von ihrem Entstehen in spätromanischer Zeit. Eine Besonderheit stellen die beiden Dachreiter auf Schiff- und Chordach dar. Der Ostgiebel des Chors weist Blendnischen auf, die zu Beginn des 16. Jh. oft Anwendung fanden.

Saalkirche in Saara

Die Saalkirche in Saara besitzt zwei schöne Dachreiter und eine Uhr, die anstelle der Ziffern den Spruch trägt: „NUTZE DIE ZEIT". Ein Fenstergewand im südlichen Schiffbereich verweist auf spätromanische Zeit. Innen befinden sich Deckenmalereien. Dass die Kirche dem Hl. Christophorus geweiht wurde, deutet u.a. auf eine einstige Furt durch die Pleiße hin. Die Legende dieses Heiligen berichtet, das dieser Riese einst Reisende und schließlich das Jesuskind durch einen Fluss trug. Er wurde u.a. als Patron der Pilger verehrt.

 

Kirche von Zürchau

Lohnend ist ein Besuch in der dem Hl. Nikolaus geweihten spätgotischen Kirche von Zürchau. Sie besteht aus einem quadratischen Westturm, einem schmalen Schiff und einem sich anschließenden Chor. In dem barockgeprägten Innenraum blieben Reste eines Flügelaltars erhalten.

Gotteshaus von Maltis

Als eine mittelalterliche Saalkirche präsentiert sich das beschauliche Gotteshaus von Maltis. An das Kirchenschiff grenzt ein eingezogener Rechteckchor. Der Dachreiter mit Schweifkuppel und offener Laterne weist barocke Formen auf. Im Innern befinden sich wertvolle Ausstattungsstücke, die größtenteils aus der Barockzeit stammen. Ein Grabstein, in Ritztechnik ausgeführt (1398), gehört zu den ältesten dieser Art. An der Bornshainer Kirche sind mehrere Kunstzeitalter ablesbar. Schiff und Chor sind noch spätromanischen Ursprungs.

Gößnitz

Sie erreichen nun die Stadt Gößnitz. Die Annenkirche von Gößnitz stammt aus spätgotischer Zeit. Der achteckige Turmaufbau mit Kuppel und offener Laterne sind barocken Ursprungs. Beachtenswert ist das wunderschöne, in Fachwerk ausgeführte Pfarrhaus aus dem Jahr 1653.

Ponitz - letzte Station des Pilgerweges im Altenburg Land

In Ponitz wurde 1733 auf den Grundmauern der alten Kirche ein neues Gotteshaus errichtet. In Innern findet man sehr gut erhaltene Grabsteine und Epitaphe von den Patronatsfamilien, die das gegenüberliegende Schloss bewohnten. Die Ostempore trägt die Emporenkanzel und die Orgel von Johann Gottfried Silbermann (1737). Ponitz ist die letzte Station des Pilgerweges im Altenburg Land.

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